Bericht von Nikolas NimptschLiga

DSOL Runde 2: SC Wittstock – SC Weiße Dame Borbeck

Nachdem mich Anfang Dezember 2020 Sandra kontaktierte und fragte, ob ich für den SC Wittstock bei der 2. Auflage der DSOL an den Start gehen würde (bzw. wollte sie mich vielmehr gerne haben, wenn wir es genau nehmen), begann – nach meiner Zusage – schachlich für mich ein neues Kapitel. Von nun an spiele ich auch für den SC Wittstock und kämpfe um die Punkte. Sandra hatte das bereits gut auf den Punkt gebracht: „Spieler und Vereine überwinden gemeinsam geografische Grenzen, um zueinander zu finden“. Dem kann ich mich nur anschließen. Ohnehin ist man sich längst nicht mehr unbekannt, sondern kennt sich schon von regelmäßigen Punktspielen und diversen Turnieren, bei denen man häufig ins Gespräch kam.

Was ich vorneweg noch loswerden möchte: Ich danke den SC Wittstock (bzw. vor allem Sandra, die es nämlich erst ins Rollen gebracht hat) für die herzliche Aufnahme, denn seit einiger Zeit, sicherlich auch begründet durch die gegenwärtigen Umstände und der recht wenigen Zeit durch mein Studium, habe ich ein wenig den Zugang zum Schach verloren. Ich hatte bis vor kurzem weder Schach gespielt noch mir irgendetwas angesehen, was mit Schach zu tun hat. Oder anders ausgedrückt: Ich habe mittlerweile gelernt, ohne Schach zu leben und es auch nicht wirklich vermisst. Da scheint Sandras Kontaktaufnahme schon fast die Gestalt einer göttlichen Fügung anzunehmen, die mich wieder „mitten ins Schachleben“ zurückgeholt hat. Darum noch einmal: Dankeschön!

Mir gebührt nun die Ehre, den Bericht zum 2. Spieltag zu verfassen. Grundsätzlich bin ich ja für außergewöhnliche Berichte bekannt. Da es mein erster Bericht für den SC Wittstock ist, habe ich mir etwas einfallen lassen, was ich so in der Form bisher noch nicht gemacht habe. Ich möchte nach meiner vorherigen Dankespredigt im Folgenden den Versuch wagen, dem Bericht einen unterhaltsamen Charakter zu verleihen und hoffe, dass mir dies auch gelingt.

Am Dienstag, den 02.02.21 hatten wir unser erstes imaginäres „Heimspiel“ gegen den SC Weiße Dame Borbeck. Borbeck ist ein Stadtteil von Essen, wie mir Herr Google sagte. In Essen war ich tatsächlich noch nicht. Aber ich kann nun behaupten, gegen jemanden von dort eine Partie Schach gespielt zu haben. Das ist doch auch immerhin schon mal etwas.

Es kam zu folgenden Paarungen (DWZ-Stand: 18.01.2021):

1. Sebastian Korste (2008) – Uwe Schmilinsky (1746)

2. André Dietz (1713) – Olaf Dippel (1684)

3. Nikolas Nimptsch (1635) – Joshua Braun (1581)

4. Dr. Peter Swosdyk (1500) – Daniel Schlag (1591)

Mit Ausnahme von Brett 1, wo wir hinsichtlich der Wertzahl eindeutig das Nachsehen hatten, waren die Begegnungen recht ausgeglichen. Es war also alles möglich.

Mit einem Glas Mezzo-Mix sowie einer Tasse bereits ausgekühltem Pfefferminztee setzte ich mich – mit der Erwartung, dass es wohlmöglich eine längere Partie wird (ist ja meistens bei mir so) – um kurz vor 19:30 Uhr vor meinen Rechner und war gespannt, was passiert. Letztendlich passierte nichts Spektakuläres: Pünktlich um 19:30 Uhr wurde mir auf einmal mein Brett (sogar samt vollständigem Figurensatz!) virtuell angezeigt. Die Technik hat ja manchmal auch ein Eigenleben, weswegen stets mit allem gerechnet werden muss. Jedenfalls durfte ich als Weißer nun meinen ersten Zug machen:

Ein Bild, das Gebäude, Raum, farbig, groß enthält.

Automatisch generierte Beschreibung1. Sf3 Der Gaul verlässt zuerst den Stall. Erstmal schauen, mit was für einem Typ-Spieler man es zu tun hat. 1… d5 Anscheinend ein positioneller Spieler. 2. d4 Sf6 3. Lg5 Das allseits beliebte Londoner System wird mein Gegner sicherlich schon das eine oder andere Mal auf dem Brett gehabt haben. 3… e6 4. e3 Le7 5. Sbd2 O-O 6. Le2

Eine andere Fortsetzung wäre: 6. Ld3 c5 7. c3 (oder direkt c4) c4 8. Lc2 mit den üblichen Standardplänen b3 bzw. e4. Mit letzterem habe ich recht gute Erfahrungen in Blitzpartien gemacht, mit b3 dagegen weniger. Möglicherweise haben mich genau diese Erfahrungen zu 6. Le2 greifen lassen.

Ein Bild, das Gebäude, groß, farbig, Raum enthält.

Automatisch generierte Beschreibung6… Sbd7 7. O-O c5 8. c3 Vielleicht etwas zu naiv; c3 macht an sich bei einem schwarzen Aufbau mit g6 und Lg7 Sinn. Der liegt hier jedoch nicht vor, darum: Brust raus und sich direkt mit c4 zurückmelden. 8… b6  9. Dc2 Lb7 Die Rolle des Herrn Läufers auf b7 ist gewiss zu hinterfragen, weil er einfach nur auf seinen eigenen Bauer starrt. Mehr macht er nicht. Es heißt auch nicht umsonst, dass die Läufer raus, vor die eigenen Bauern gehören (zum Beispiel auf die b2-h7-Diagonale, wo er aufgrund seiner nachhaltigen Wirkung als ein echtes Monstrum angesehen werden kann). An sich war ich mit der in der Partie getroffenen Wahl von Schwarz, den Läufer nach b7 zu stellen, erstmal recht glücklich. Etwas später ging mir der Läufer allerdings – trotz seines weniger optimalen Platzes – doch indirekt ein wenig auf die Ketten. 10. Tfe1 Wenn die Zeit reif ist, vielleicht mal mit e4 ein bisschen neuen Wind reinbringen. 10… Te8 Schwarz scheint abwarten zu wollen, wie Weiß handelt. 11. Lf1 Hat ein Auge auf g2 (für alle Eventualitäten). Sofern notwendig, kann man auch noch über g3 und Lg2 nachdenken. 11… Tc8 12. a4 Sieht schön aus, droht aber nichts.

Bis auf ein paar Entwicklungszüge und das eine oder andere Herumgeschiebe hat sich nicht viel verändert. Die Stellung ist genauso langweilig, wie auf dem Bild zuvor.

12… h6 Wenn man nicht weiß, was man machen soll (oder man nichts machen möchte), erstmal einen Abwartezug wie h6 spielen. 13. Lh4 Dc7 14. Lg3 Ld6 Schlagen oder nicht schlagen – das ist hier die Frage. 15. Lxd6 Natürlich schlagen – und zwar aus 3 Gründen: A), der Hauptgrund: Es ist der gute Läufer von Schwarz, B) die weiße Bauernstruktur am Königsflügel bleibt auch weiterhin intakt und C) die Alternative 15. Se5 funktioniert nicht. Jetzt muss ich nur noch meine restlichen Bauern auf Schwarz stellen, die gegnerischen Bauern am Damenflügel auf Weiß festlegen und schon habe ich eine strategisch nahezu gewonnene Stellung. 15… Dxd6 16. a5 Damit bekommt 12. a4 endlich seine bisher fehlende Sinnhaftigkeit verliehen. Es droht 17. a6. 16… a6 Eine logische Antwort, um zu verhindern, dass Weiß einen unangenehmen Keil in die schwarze Stellung schiebt. Auf den zweiten Blick ist 16… a6 aber auch ein Zugeständnis, da damit die schwarze Bauernstruktur am Damenflügel geschwächt wird. 17. dxc5 Irgendwann muss auch mal etwas gemacht werden, auch wenn das mögliche Vorhaben, in Zukunft mal einen Springer nach e5 zu stellen, nun für lange Zeit auf Eis gelegt ist.

Bis hierhin sah soweit alles vernünftig aus. Ich stehe nicht schlecht, aber mehr auch nicht. Die Stellung ist ausgeglichen. Da beide Spieler bereits unter einer halben Stunden Restbedenkzeit lagen, hatte ich mich allmählich mental darauf eingestellt, dass sich die Partie noch ziemlich in die Länge ziehen würde und es vermutlich auf Schnell- oder gar Blitzschach hinausläuft, wenn man den bisherigen Partieverlauf auf das große Ganze bezieht. Umso überraschter war ich von der Antwort meines Gegenübers: 17… b5? Ich dachte, Weihnachten wäre vorüber und Geschenke gab es erst! 18. cxd6  1-0

Es heißt nicht umsonst, dass Männer auf ihre Damen Acht geben sollen, sonst sind sie nämlich schneller weg, als man gucken kann. Möglicherweise war das bisherige Taktieren, wer den ersten Schritt macht, zu viel für meinen Gegner. Ich dachte eigentlich vielmehr an 17… bxc5 gefolgt von 18. c4, womit endlich mal etwas Action aufs Brett kommen würde. Oder 17… Dxc5 und 18. Sb3 Dd6 bzw. 17… Sxc5 18. axb6 Dxb6 19. Ta3 mit Plan, die Türme zu verdoppeln und zusammen mit dem Läufer f1 Druck auf a6 auszuüben. Diese Überlegungen waren nun hinfällig.

Damit holte ich mit meinem ersten Einsatz direkt den ersten vollen Punkt für den SC Wittstock, der mit 1:0 in Führung ging. Nur unmittelbar danach endete dann die Partie meines Mannschaftskollegen André am 2. Brett, noch ehe ich fertig war, mir seine Partie von Anfang an in einem separaten Browserfenster anzusehen:

Ein Bild, das Gebäude, groß, Raum, farbig enthält.

Automatisch generierte Beschreibung1. e4 Eine ausgezeichnete Wahl! 1… c6 Eine alte Weisheit: Wer nichts kann, spielt Caro-Kann. Da ich den Spieler mit den schwarzen Steinen allerdings nicht kenne, möchte ich nur ungern voreilige Schlüsse ziehen. 2. d4 d5 3. e5 Lf5 4. Sf3 e6 5. Ld3 Das kommt einem doch bekannt vor! Beim am späten Nachmittag stattgefundenen Warm-Up-Blitz mit André (wo ich wohlgemerkt alle meine Schwarz-Partien gegen ihn verloren habe) hatten wir diese Stellung bereits auf dem Brett. Man könnte also meinen, André schwimmt in gewohnten Gewässern. 5… Se7 6. O-O h6 7. c3 Sd7

Soweit, so gut. Weiß beansprucht einen minimalen Raumvorteil für sich, den er aber gegen den schwarzen Plan c5 und Db6 stets behaupten muss. Nun beging André allerdings schon einen Fehler:

8. Sbd2? Eine typische „Tschüss Läufer“-Situation. Auch ich hatte dieses Motiv bereits in einer Langzeit-Partie (die ich dadurch gewann) und einigen Blitz-Partien, welche allerdings schon einige Tage (eigentlich eher Jahre) her sind, auf dem Brett. 8… Lxd3 Auch André scheint die Weihnachtszeit verlängert zu haben. Oder er kann das nächste Weihnachtsfest kaum abwarten. Sein Geschenk ist immerhin etwas kleiner als das, welches mir mein Gegner gemacht hat. Sicherlich etwas geschockt, gab sich André jedoch nicht geschlagen, sondern kämpfte im Sinn der Mannschaft weiter: 9. Te1 g5 10. Te3 Lg6 11. Sf1 Lg7 12. Sg3 Dc7 13. a4 c5 14. Ld2 a5 15. Se1 Db6 16. Lc1 O-O

Schwarz ist nun fertig entwickelt und kann anfangen, den bereits bestehenden Druck auf die weiße Stellung zu seinem Vorteil zu nutzen. 17. Sc2 Lxc2 18. Dxc2 cxd4 19. cxd4 Dxd4 Der erste Bauer verlässt das Brett. 20. Sh5 Lxe5 Der zweite Bauer tut es seinem Kollegen gleich. 21. Ld2 Sf5 22. Th3 Dxb2 Auch Bauer Nummer 3 hat genug gesehen. 23. Dxb2 Lxb2 24. Tb1 Ld4 25. Sg3 Sxg3 26. hxg3 Immer mehr Figuren gehen vom Brett. Jetzt ist es nahezu unmöglich, noch etwas Zählbares aus der Partie mitzunehmen. 26… Kg7 27. Kf1 Sc5 28. f4 Sxa4 29. fxg5 hxg5 30. Lxg5 Th8 31. Txb7 Sc5 32. Txh8 Txh8 33. Tc7 Es fehlt an Material, wie sich herausstellt. 33… a4 34. Le7 Se4  0-1

André sah an dieser Stelle ein, dass die Partie gelaufen ist und gab auf. Damit glich Borbeck zum 1:1 aus. Nicht mal 10 Minuten später stand dann das dritte Ergebnis fest. Es war die Partie von Uwe, der am Spitzenbrett mit einem 2000er den mit Abstand stärksten Gegner erwischte. Davon ließ er sich aber nicht beeindrucken und zeigte, dass er auch mit einem weit stärkeren Spieler mithalten kann:

1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 Sf6 4. cxd5 Die Abtauschvariante des Damengambits sieht man heutzutage auch nicht mehr so oft. 4… exd5 5. Lg5 Le7 6. e3 h6 7. Lh4 Le6

Dem Läufer die Funktion eines Bauern zuzuschreiben, scheint auf den ersten Blick nicht ideal. In solchen Strukturen ist dies jedoch nicht unüblich. Dennoch wäre es, nicht ausschließlich aus optischen Gründen, zweckdienlicher, den Läufer nach f5 zu stellen. Wegen der weißen Antwort Db3 sollte wahrscheinlich vorerst davon abgesehen werden und mit dem Bauernzug nach c6 begonnen werden. 8. Ld3 Sbd7 9. Sf3 O-O 10. O-O c5 Solche Stellungen mit einem Isolani sind häufig zweischneidig. Zwar kann Schwarz eine bessere Figurenmobilität für sich behaupten, doch wird Weiß langfristig ein klares Ziel gegeben: Die Schwäche auf d5. Eine gute und vor allem ruhigere Fortsetzung wäre vielleicht das solide 10… c6, bei der Weiß erst einmal zeigen muss, wie sein konkreter Gewinnplan aussieht. 11. Ein Bild, das lebend, Raum, groß, Mann enthält.

Automatisch generierte Beschreibungdxc5 Sxc5 12. Sd4 Anscheinend scheint Weiß Sxd3 nicht wirklich zu jucken. 12…Lg4

Wenn man schon die Chance hat, einem 2000er das Läuferpaar abzunehmen (und dazu noch den guten, weißfeldrigen Läufer, mit dem die Behauptung des Isolanis stets ein schwieriges Unterfangen wäre), dann sollte mit 12… Sxd3 die Gunst der Stunde genutzt werden. 13. Le2 14. Dxe2 a6 Sb5 wird prophylaktisch von Uwe aus der Stellung genommen. Bis hier hat er seine Sache gut gemacht. Mit den nächsten Zügen deutet sich aber an, worauf Weiß zielt. 15. Tfd1 Tc8 16. Sf5 Es bahnt sich an, dass die letzten Tage des Isolanis gezählt sind. 16… Dd7 Damit wird Weiß eine taktische Tür geöffnet. Wer möchte, kann an dieser Stelle gerne pausieren und erstmal selber nachdenken, bevor man weiterliest und sich die Lösung anschaut.

Nun kam die 2000 im 2000er durch und der Materialverlust war für Schwarz nicht mehr abzuwenden: 17. Sxd5 Sxd5 18. Txd5 Lxh4 19. Txd7 Sxd7 20. Sxh4  1-0

Borbeck übernahm mit 1:2 folglich die Führung. Es lag nun alles an Daniel, der es richten musste, um wenigstens noch ein Unentschieden aus diesem Wettkampf mitzunehmen.

1. c4 Aha – ein Angehöriger des Brexits! 1… d6 2. Sc3 Sf6 3. g3 g6 4. Lg2 Lg7 5. Sf3 Viel zu symmetrisch. Ein bisschen mehr Vielfältigkeit beim Aufbau würde ein wenig neue Farbe reinbringen. 5… c6 6. d4 Sbd7 7. O-O O-O 8. e4 e5

Viel anzumerken gibt es bisher nicht. Beide Spieler stellen sich dem Anlass entsprechend hin und genießen – vorerst – die Ruhe vor dem Sturm. 9. d5 c5 Nur so viel sei gesagt: Die Schwäche d6 entscheidet den Tag. 10. h3 Se8 Now, f5 is jederzeit ready for takeoff. 11. Sg5 h6 Weiß wird höflich darauf hingewiesen, dass 11. Sg5 ein Nullzug war. 12. Sf3 12… f5 Vielleicht etwas verfrüht, den Zug hätte man auch immer noch später tätigen können. Alternativ wäre mit 12… a6 13. a4 Tb8 14. a5 ein Pseudo-Angriff am Damenflügel denkbar (mit stetiger Option, mittels b6 einen Hebel zu setzen). Oder 12… b6 mit der Idee, La6 zu spielen (womit die Entwicklung dann auch abgeschlossen wäre) und Druck auf c4 auszuüben, auf den Weiß in der Folge stets ein Auge haben muss. Egal, welche Fortsetzung, eines haben sie gemeinsam: Sie sorgen zumindest für Verwirrung. 13. exf5 gxf514. Sh4 Sdf6 15. Dc2 Weiß visiert den f5-Bauern an.

15… Sh7 Was spricht eigentlich gegen 15… e4? Vor 16. Lf4 braucht man sich nicht zu fürchten, der kann sofort wieder mittels Sh5 vertrieben werden. Zudem öffnet der Bauernvorstoß die lange Diagonale des g7-Läufers, was auf Dauer ziemlich unangenehm für Weiß werden könnte. Darüber hinaus sollte sich Weiß nun auch überlegen, wie er seinen etwas abhanden gekommenen Springer auf h4 wieder auf elegante Weise zurück ins Spiel bekommen möchte. 15… e4 hätte nebenbei wieder einmal unterstrichen: Springer am Rand, bringt Kummer und Schand! Lange Rede, kurzer Sinn: Auf h7 steht der schwarze Springer auf alle Fälle nicht optimal. 16. De2 16… Sef6 Haucht dem Springer wieder etwas Leben ein, jedoch muss sich Schwarz stets um die weißen Drohungen kümmern und kommt nicht zur Verwirklichung seiner eigenen Pläne. Außerdem gestaltet sich eine Reaktivierung des Sh7 nun als besonders herausfordernd. 17. Ld2 a6 Der Läufer auf c8 hat jetzt kaum mehr eine Perspektive, eine aktive Rolle im Geschehen einzunehmen. 18. Sg6 Allmählich wird der Gaul frech. 18… Tf7 19. a3 Sf8 Der ungebetene Gast auf g6 hat im schwarzen Lager nichts zu suchen – es sei Ein Bild, das farbig, Raum, groß, lebend enthält.

Automatisch generierte Beschreibungdenn, er möchte Asyl beantragen. 20. Sh4 Doch nichts mit Asyl… 20… De8

Besser wäre vermutlich 20… Dc7 gewesen, um ein Auge auf b6 zu haben und ein Eindringen des Weißen am Damenflügel zu verhindern. 21. b4 b6 22. Tfb1 Te7 Sicherlich wäre hier De8 ein Zugeständnis, damit würde aber immerhin das bereits in der Luft liegende Tb6 abgewendet werden. 23. bxc5 bxc5 24. Tb6 Weiß erhebt unbefugte Territorialansprüche für sich. 24… Td7

Einziger Zug wäre in meinen Augen wiederholt De8 gewesen, der Schwarz zumindest noch ein wenig in der Partie gehalten hätte, doch jetzt fällt seine Stellung als Folge der unvollendeten Entwicklung und der damit einhergehenden Disharmonie, was die Koordination der schwarzen Figuren angeht, sowie der mangelnden Restbedenkzeit in sich zusammen. 25. Sxf5 Dg6 26. Sxd6 Der wichtige Bauer auf d6 befindet sich nun in weißer Ein Bild, das Gebäude, Mann, verschieden, farbig enthält.

Automatisch generierte BeschreibungHand. 26… Sxd5 Netter taktischer Versuch, funktioniert aber leider nicht.

27. Lxd5+ Selbst wenn das Schach nicht wäre, es hängt nun auch noch der Turm auf a8. 27… Kh8 28. Sxc8? Ein Fehlgriff, Sf7+ gewinnt die Dame! 28… Df5 29. Lxa8 Txd2 Entweder ein Akt der Verzweiflung oder ein spontanes Auflodern der Opferlaune. Manche mögen es eben besonders scharf (z.B. mit Chili) – getreu dem Motto: Alles oder nichts. 30. Dxd2 Dxc8 31. Txh6+ Kg8 32. Ld5+ Zu viel für Schwarz, weswegen er an dieser Stelle resignierte. 1-0

Ein Bild, das Tisch enthält.

Automatisch generierte BeschreibungJa, das war es. Leider mussten wir uns mit 1:3 geschlagen geben. An dieser Stelle möchte ich dem SC Weiße Dame Borbeck meinen Glückwunsch zum verdienten Mannschaftssieg und zur Tabellenführung aussprechen! Wir verweilen in unserer Liga dagegen nun auf Platz 6:

Das Feld ist immer noch nah beisammen, sodass für uns noch alles möglich ist. Sicherlich müssen die anderen Begegnungen auch mitspielen, dennoch bin ich der Überzeugung, dass wir nach dem Erfolg am 1. Spieltag erneut zuschlagen werden. Allgemein gefällt mir der sportliche Ehrgeiz und die Einstellung meiner Wittstocker Mitstreiter sehr – so macht Schach doch wieder Spaß!

Am Freitag, den 12.02.21 um 19:30 Uhr wird wieder erneut angegriffen! Da sind wir dann virtuell zu Gast beim SC Schleispringer Kappeln. Wer live zusehen möchte, kann dies gerne unter folgendem Link tun: https://dsol.schachbund.de/ergebnisse.php?s=2021&l=6a&r=3 Sobald der Zugang freigeschaltet wurde, einfach auf den Link „Für Zuschauer“ gehen und das Spektakel genießen!

Ich hoffe, dieser Bericht hat euch ein wenig gefallen. Eine Sache, die ich abschließend noch loswerden möchte: Meine Analyse der gespielten Partien beruht ausschließlich auf meinem eigenen Stellungsgefühl, ich habe also keine Engine dafür herangezogen. Ich bin grundsätzlich einer der Typ-Spieler, der jede Stellung für sich neu bewertet und daraufhin seine Entscheidungen trifft. Vielleicht ist meine Denkweise auch ein bisschen deutlich geworden. Worauf ich aber eigentlich hinaus möchte: Für eventuelle Fehleinschätzungen, die dabei natürlich vorkommen können, in der Regel aber meist nur geringfügiger Natur sind, übernehme ich keine Garantie! Sollte man doch auf etwas stoßen, so bitte ich, mein nicht vorhandenes Management zu kontaktieren – vielen Dank!

Alle, die bis hier durchgehalten haben, können sich nun einmal selbst kräftig auf die Schulter klopfen. Ich ziehe meinen imaginären Hut, dass ihr euch durch diesen gesamten Bericht gearbeitet habt. Um es in den Wortlauten von Andreas Bourani zu sagen: Ein hoch auf euch!

Nun verabschiede ich mich hochachtungsvoll und bringe meinen ersten Bericht für den SC Wittstock zu Ende. Bleibt gesund und auf bald!

Nikolas Nimptsch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.